Passend zum Spielort, der trotz des WM-Finales überaus gut besuchten Georgskirche in Schwabach-Dietersdorf, eröffnete Das Goldbach-Ensemble mit einem Concerto grosso von Georg Friedrich Händel sein Programm. Mit diversen Doppelbesetzungen präsentierte sich das Ensemble unter der Leitung von Lukas Meuli zu Beginn gleich im voller „Mannschaftsstärke“ in dem, auch akustisch, sehr ansprechenden Gotteshaus mit barocker Klangfülle.
Wie anders dazu im Gegensatz der zweite Programmpunkt: Johann Pachelbels (sicherlich oft gehörter) Kanon D-Dur. In reiner Streicherbesetzung, ohne Dirigent, mit großer Ruhe und Konzentration vorgetragen, zog das viel gespielte Werk das Publikum in seinen Bann und erfüllte den Raum mit aufmerksamer Stille vor dem Applaus.
Diese Atmosphäre konnte die Oboistin Annika Reichert mit ihrer Interpretation vo Johann Sebastian Bachs Sinfonia zur Kantate BWV 156 wunderbar aufnehmen – und so den Bogen spannen zu Georg Philipp Telemanns Kantate „Da, Jesu, deinen Ruhm zu mehren“. Dabei bildete das Goldbach-Ensemble mit brillantem „Mannschafts-Spiel“ einen wunderbaren klanglichen Rahmen für die junge Sopranistin Marie Greta Müller; mit großer künstlerischer Reife präsentierte sie das Werk und ließ die barocken Verzierungen mit müheloser Selbstverständlichkeit wohlklingend durch den Raum perlen.
In eine ganz andere Stimmung entführte als nächstes Franziska Schreyer das Publikum. Zusammen mit dem Ensemble ließ die junge Blockflötistin in Antonio Vivaldis „La Notte“ („Die Nacht“) allerlei Nachtgestalten höchst virtuos durch den Kirchenraum geistern – von der mystischen Stimmung im Largo bis zur wilden Jagd im Allegro folgte ihr das Publikum mit gespannter Aufmerksamkeit.
Zum Abschluss des Konzertes dann noch einmal große Besetzung – für die von Magdalena Büttner, einer ehemaligen Geigerin des Ensembles, neu edierte Suite g-Moll von Gottfried Finger. Ein wirkliches Kleinod wurde da dem Vergessen entrissen, dessen abwechslungsreiche und vielfältig instrumentierte Sätze (so z.B. ein Largo solo für zwei Oboen und Fagott) mit großer Spielfreude und Kunstfertigkeit interpretiert wurden.
Langanhaltender und herzlicher Applaus, insbesondere auch für die jungen Solistinnen, brachte die Begeisterung des Publikums zum Ausdruck, sodass das Ensemble der herzlichen Wiedereinladung von Pfarrerin Renate Schindelbauer sicherlich gerne folgt.
Margit Hörlbacher
