Gemurmel erfüllte die Allerheiligenkirche Kleinschwarzenlohe am Abend des 11. Oktober, an dem die Gottfried Finger-Gesellschaft Nürnberg e.V. (GFG) gemeinsam mit der ev. Kirchengemeinde Kornburg-Kleinschwarzenlohe-Neuses zum fünften Konzert in der Reihe KirchenRaumMusik eingeladen hatte. Als jedoch von der Empore über dem Eingang leise Töne zu vernehmen waren, die sich nach und nach zu einer Melodie verbanden, legte sich eine erwartungsvolle Stille über das Kirchenschiff. Nachdem die Musik – ein Marienlied aus dem Mittelalter – verklungen war, begrüßte Margit Hörlbacher von der GFG die gut 30 erschienenen Gäste zum „Gesprächskonzert“ mit dem Thema „Die Viola da gamba“.
Ziel war es, der Geschichte dieser zeitweise in Vergessenheit geratenen Instrumentenfamilie anhand musikalischer Kostproben und fachkundiger Erläuterungen nachzuspüren; hierfür konnten die beiden Musikinstrumenten-Restauratoren Klaus Martius und Sebastian Kirsch gewonnen werden. Sie führten dem Publikum die Entwicklung der Instrumente vor Augen, die, einst von den Mauren nach Europa gebracht, im England des 16./17. Jahrhunderts eine erste Blütezeit erlebten: Mit zwei-, drei- und vierstimmiger Consortmusik von Komponisten wie John Jenkins (1592–1678) und William Byrd (1543–1623) konnte aber nur ein sehr kleiner Ausschnitt des aus dieser Zeit stammenden Repertoires vorgestellt werden, wobei Magdalena Büttner (Violine) und Gottfried Büttner (Viola) das Ensemble komplettierten. Regional wurde es am dritten Spielort des Abends: Nach Empore und Altarraum begaben sich die Musiker in den hinteren Bereich der Kirche, um eine Sonate des Nürnbergers Erasmus Kinderman für zwei Bassgamben und Orgel (Gottfried Büttner) darzubieten. Es folgte ein kurzer Blick auf das Virtuosentum in Frankreich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, welches der Gambe auch bautechnische Veränderungen – eine siebte Saite – bescherte, bevor sie dem Violoncello zum Opfer fiel, welches ihr in puncto Lautstärke überlegen ist.
Den Abend mit dieser bedauernswerten Wendung in der Geschichte der Gambenfamilie ausklingen zu lassen, kam aber nicht infrage, stattdessen wurde mit einem Werk des Briten Benjamin Hely an glanzvollere Tage erinnert. Die Kunde, dass die vergessenen Instrumente (wie z.B. auch die Blockflöte) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Jugendbewegung eine Renaissance erlebten, rundete dieses etwas andere Konzert würdig ab; mit den vierstimmigen Sätzen „Nun ruhen alle Wälder“ (J. S. Bach) und „Komm, Trost der Welt“ (C. Lahusen) entließen die Musiker das Publikum in den Sonntagabend.

